Daheim sein. Entspannung und Erholung finden. Neue Kraft tanken. Diese oder ähnliche Assoziationen haben die meisten Menschen zu ihrem Heim und so sollte es auch sein. Daheim sind Sie den Großteil des Jahres und daher sollten Sie dort ein behagliches und gesundes Raumklima vorfinden.
Leider ist dem häufig nicht so. Schadstoffe sind heutzutage in jeder Wohnung anzutreffen. Bei der Produktion von Baumaterialien, Bodenbelägen, Möbeln und Textilien kommen mitunter hochtoxische Schadstoffgemische zur Anwendung. Diese Schadstoffe dunsten nach Einbringung in die Wohnung z.T. über Jahrzehnte aus (z.B. Holzschutzmittel in Holzwerkstoffen und Dachkonstruktionen, Formaldehyd in alten Fertighäusern, Styrol und Weichmacher aus PVC-Bodenbelägen, PCB aus Lackierungen, etc.) und bilden ein gesundheitliches Risiko. Ein sorgloser Umgang mit haushaltsüblichen Reinigungsmittel trägt ein Übriges bei, die Raumluft mit Schadstoffen (hier: Lösungsmittel) anzureichern. Daher ist es kaum noch möglich Wohnzimmer und Co. völlig frei von Schadstoffen zu halten. Hierzu einige Beispiele:
VOC's (flüchtige, organische Kohlenwasserstoffe) - sind meistens Lösungsmittel und in Klebern, Farben, Lacken, Polituren und Reinigern enthalten.
PAK's (polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe) - finden sich in älteren Parkettklebern, Bodenbelagsklebern in Altbauten oder auch in Schüttungen von Holzbalkendecken.
Holzschutzmittel - wie DDT, Lindan, PCP - können aus alten Holzfußböden und Dachstühlen in ausgebaute Dachwohnungen ausgasen.
Schadstoffbelastungen durch Formaldehyd, welches aus Spannplatten oder aus diesen erstellten Möbeln ausgast, steht in Verdacht bei dauerhaft erhöhten Werten krebserregend zu sein.
Insektizide - sollen einen Befall mit Insekten verhindern und finden sich daher in Teppichen, Gardinen, Polstermöbel und Holzbelägen.
Weichmacher (z.B. Phtalate) in Weichkunststoffen wie Kunststofftapeten, Spielzeug, Folien, etc, vor allem aber in Weich-PVC-Produkten, stehen im Verdacht hormonähnliche Wirkungen im Organismus auszulösen.
Asbest (Herstellung und Verwendung wurde erst 1993(!) in Deutschland verboten und ist daher als Altlast in vielen Gebäuden vorzufinden)
Flammschutzmittel in Elektrogeräten und statischen Bauteilen stehen ebenfalls im Verdacht hormonähnliche Wirkungen im Organismus auszulösen.
Wohnräume sind somit faktisch nicht frei von Schadstoffen zu halten. Aber durch die Ermittlung und Entfernung besonders giftiger oder starker Quellen, kann das Risiko einer Erkrankkung verringert, die Verschlechterung bestehender Erkrankungen gemindert werden.
Die Durchführung einer Raumluftuntersuchung auf Schadstoffe kann hier schnell Klarheit verschaffen und sollte jeder Sanierungsmaßnahme zur Wiederherstellung eines gesunden Wohnklimas vorausgehen.
Gesundheitsgefährdung durch Wohngifte?
Während der Schlafphase ist der Körper besonders empfindsam für äußere Einflüsse. Daher sollte die Schadstoffkonzentration vor allem in Schlafräumen, aber auch an Orten mit langen Verweilzeiten möglichst gering sein. Ein in der Entwicklung befindlicher Organismus reagiert besonders sensibel auf schädliche Einflüsse von außen. Eltern sind daher gut beraten sich über die im Kinderzimmer verwendeten Baustoffe bzw. Einrichtungsmaterialien und deren Schadpotential zu informieren.
Anzeichen für Schadstoffe in Wohnräumen können sein:
Anhaltende depressive Stimmungslagen
Konzentrationsschwächen
wiederkehrende Kopfschmerzen
Schwindelgefühle
chronische Leistungseinbußen
Atembeschwerden
Schleimhautreizungen
....
Der englischsprachige und allgemein verwendete Ausdruck 'sick building syndrom' (= Erkrankung durch krankes Gebäude) trifft diesen Sachverhalt besonders gut. Leicht flüchtige Schadstoffe (VVOC's, VOC's, meist Lösungsmittel) reichern sich schnell in der Raumluft an und können - je nach Sensibilität - auch schnell zu Krankheitssymptomen führen. Ihre Ursache ist daher "relativ" einfach auszumachen, da die Verbindung zur eingebrachten Schadstoffquelle (neuer Teppich, neuer Wandanstrich, etc.) noch hergestellt werden kann.
Oft ist die Abgabe der Schadstoffe aber so schleichend, dass man den Zeitpunkt zu dem die Schadstoffquelle in die Wohnung eingebracht wurden, nicht mehr mit dem Auftreten erster Krankheitssymptome in Verbindung bringt. Solche schwer-flüchtigen Substanzen (SVOCs' ) sind meist fettlöslich, reichern sich nach Aufnahme in den Körper im Fettgewebe (somit auch im Gehirn!) an und vergiften diesen über die Jahre. Hierzu gehören z.B. Holzschutzmittel wie DDT, Lindan, PCP in alten Holzfußböden und Dachstühlen, Weichmacher in manchen Wandfarben und Kunststoffen, Flammschutzmittel in Elektrogeräten, Biozide in Teppichen und Gardinen, etc.).
Eine professionelle Schadstoffmessung kann hier weiterhelfen.
Sofern Sie den Bau eines Hauses planen, könnten Sie vorab Informationen über Schadstoffe in Baumaterialien einholen, da eine Vermeidung einfacher ist, als eine nachträgliche Sanierung.