Der Begriff "Fogging" steht für ein Phänomen, das zwar seit ca. 15 Jahren bekannt ist, dessen genaue Ursache aber noch strittig ist. Einig ist man sich darüber, dass Fogging erst durch das Einbringen von bestimmten Substanzen in die Wohnung ermöglicht wird. Bei diesen Substanzen handelt es sich um mittel- bis schwerflüchtige organische Verbindungen (auch SVOC's genannt). Diese können u.a. in Wandfarben, Bodenbelägen, Tapeten und flexiblen Kunststoffen enthalten sein.
Das Einbringen in die Wohnung allein ist als Ursache aber nicht ausreichend! Nachweislich sind weitere Co-Faktoren notwendig, da z.B. nur in einer Wohnung eines Gebäudes ein Fogging-Effekt auftrat, dessen Wohneinheiten auf die gleiche Art erbaut wurden. In einem anderen Fall wurde das Fogging durch die Anschaffung eines neuen Fernsehgeräts ausgelöst. Die Ursache wurde in einer durch das Fernsehgerät veränderten Elektrostatik der Raumluft vermutet. Dies führte zu einer verstärkten Aggregation von Schwebstoffen mit den ausdünstenden SVOC's, welche sich an der durch thermische Luftströmungen (Heizungsluft) ebenfalls elektro-statisch geladenen Kunststofftapete niederschlugen und so zu den bekannten schwarzen Ablagerungen führte.
Weiterhin stellen Wärmebrücken, also Bereiche mit niedrigeren Oberflächentemperaturen, einen Fogging unterstützenden Faktor dar. Daher kann das Phänomen meist während der Heizperiode festgestellt werden, wo die niedrigen Außentemperaturen zu einer Absenkung der Oberflächentemperatur der Innenseite der Außenwände führt. Dies kann auf eindrucksvolle Weise auf dem Bild rechts erkannt werden, wo sich die Mauerwerksfugen als thermisch schwächste Bereiche, deutlich auf der Tapetenoberfläche abzeichnen.
Ob es sich im Einzelfall tatsächlich um Fogging handelt oder ob auch Rußbelastungen zu einer Verfärbung der Wände führen, kann nur durch eine chemische Analyse der schwärzlichen Niederschläge festgestellt werden.
Aktualisiert (Montag, den 02. Mai 2011 um 06:07 Uhr)