Schimmelpilze (Schimmel) bzw. deren Verbreitungseinheit (Sporen) kommen überall vor. In der Natur sind Schimmelpilze bei der Zersetzung von totem organischem Material unentbehrlich, um dem Boden wieder die Nährstoffe zuzuführen, die andere Pflanzen zum Wachstum benötigen.

Schimmel an einer AußenwandSchimmel in der Wohnung kann sichtbar oder versteckt hinter Verkleidungen vorliegen. In Innenräumen sollte eine bestimmte Sporenkonzentration in der Raumluft nicht überschritten werden, da diese ansonsten vielfältige Erkrankungen auslösen können. Dies können z.B. ständige Abgeschlagenheit, Augenjucken oder -brennen, Atembeschwerden, chronische Erschöpfungszustände und andere Symptome sein. Leider ergaben die Ergebnisse zweier repräsentativer Studien aus Bielefeld und Jena, dass ca. 22% aller Haushalte von Schimmel befallen sind. Die Bewohner waren zumeist ahnungslos. Feuchte Wände aufgrund einer zu geringen Durchlüftung der Räume, fehlerhaftes Heizverhalten, Wärmebrücken und Bau- und Wasserschäden sind meist die Ursache für die Entwicklung des Schimmel in der Wohnung.

Das eigentliche Problem bei Schimmelpilzen in Wohnräumen ist, neben der Zersetzung der befallenen Materialien, die Art ihrer Fortpflanzung. Pilze vermehren sich durch die Bildung von Sporen, die sie Schimmel hinter Tapetemillionenfach in die Luft abgeben. Zusammen mit der Luft werden sie vom Menschen eingeatmet und können Allergien, Hautausschläge und Asthma verursachen. Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihre Wohnung oder Ihr Haus mit Schimmel belastet ist, kann eine Schimmelpilzuntersuchung und entsprechende Maßnahmen schwere Erkrankungen verhindern.

Schimmelpilze sind hochgradig genügsam in Bezug auf ihre Umgebungsbedingungen. Als Nahrung reicht ihnen die Cellulose in Tapeten, der Kohlenstoff der Acryldichtungen am Badewannenrand, ja selbst das bisschen Staub, das sich mit der Zeit auf Wänden und sogar Fenstern niederschlägt. Sie benötigen kein Licht, kaum Wärme, kaum Sauerstoff! Was sie aber dringend benötigen ist - Feuchtigkeit! Daher gilt es diesen wichtigsten Faktor auszuschalten.

Schimmelpilze finden sich häufig mit Bakterien, meist Actinomyceten, vergesellschaftet. Bakterien benötige mehr Feuchtigkeit, um sich entwickeln zu können. Dies bedeuetet, dass Bakterien in der Regel nicht bei Kondensfeuchteschäden wachsen, sondern eher bei Leckagen von Wasserleitungen oder einem kontinuierlichen Feuchteeintrag von außen, z.B. bei schlecht gesperrten Kellerwänden auftreten. Manche Bakterien produzieren ebenfalls toxische Stoffwechselprodukte, die sie in die Raumluft abgeben und so zu einer zusätzlichen Belastung der Atemluft beitragen.

 

Bereits ein Temperaturunterschied von 3 °C zwischen Raumluft und Wandoberfläche kann zu Missempfindungen führen. Man 'spürt' geradezu, wie die Wand die Wärme absorbiert. Ist die Luftfeuchte dazu noch schlecht eingestellt, meidet man instinktiv einen längeren Aufenthalt in solchen Räumen und das Risiko für Schimmel an der Wand steigt ebenfalls. Schnell ist man geneigt, diesen Zustand durch Anbringung einer Wärmedämmung von innen zu beheben.

Damit steigt zwar die Oberflächentemperatur der Wand, aber leider öffnet man gerade durch nicht durchdachte Innendämmkonzepte Schimmelpilzen Tür und Tor, denn zwischen Wand und aufgebrachter Innendämmung finden diese oft ideale Bedingungen. Es wird daher empfohlen, sich zum Thema "Bauphysik" gut beraten zu lassen. Denn neben der körperlichen Belastung durch Schimmelpilze können zusätzlich schwere Schäden der Bausubstanz die Folgen einer Innendämmung sein.

Sollten Sie unsicher sein wie Sie vorgehen sollten, beraten wir Sie gerne bei Ihnen vor Ort über energetischen Sanierungsmaßnahmen oder erstellen Ihnen ein Energiegutachten über Ihre Immobilie.

Aktualisiert (Montag, den 04. Juli 2011 um 12:11 Uhr)

 
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