Sie sind hier: Home Immobilien-Check Fertighaus-Check Fertighaus-Check - Untersuchung eines Fertighauses auf Schadstoffe

Fertighaus-CheckDie baubiologische Untersuchung eines Fertighauses (Fertighaus-Check für die Baujahre 1990 und älter) auf Schimmel und Schadstoffe ist eine sinnvolle Investition, da gerade in Holzfertighäusern dieser Baujahrzehnte viele Schadstoffe verbaut wurden. Eine Untersuchung wird empfohlen für:

Eigentümer eines Fertighauses, um Ihre Gefährdung durch Schadstoffe ermitteln zu lassen

Immobilienkäufer, um die Sanierungskosten bei vorliegen von Schäden durch Schimmel oder bei erhöhten Schadstoffkonzentrationen mit dem Kaufpreis der Immobilie verrechnen zu können

Immobilienverkäufer, um nicht Gefahr zu laufen, spätere Schadensersatzklagen zu erhalten

Sollten Sie ein gerichtlich verwertbares Gutachten zur Untersuchung eines Fertighauses benötigen, erstellen wir Ihnen ein Schadstoff-Gutachten. Wir beraten Sie gerne zu Maßnahmen, die eine Belastung der Raumluft in Ihrem Haus reduzieren.


Unsere Empfehlungen zur Fertighausuntersuchung
:

Asbest: In Fertighäusern wurde Asbest in Wandbeplankungen, als Putzträger, im Putz und als Schnüre und Pappen an Türen, Dichtungen und Verkleidungen verwendet.

Holzschutzmittel: Bei Holzfertighäusern aus den genannten Baujahren wurden die für die Baustatik relevante Bauteile (Dachstuhl, Holzständerwerk, Beplankung, etc.) mit PCP, Lindan, Dichlofluanid, Chlornaphthalinen, DDT und anderen Holzschutzmitteln behandelt, um diese vor Schimmel und Insektenbefall zu schützen. Holzschutzmittel sind i.d.R. schwer-flüchtige Substanzen, die in der Raumluft nur in der Größenordnung von Mikrogramm pro Kubikmeter Raumluft vorliegen, aufgrund ihrer Toxizität aber bereits bei diesen geringen Konzentrationen schädigend auf den Organismus einwirken. Es sind neuro-toxische Substanzen, die bevorzugt auf das zentrale Nervensystem einwirken und so zu Erkrankungen, wie chronischer Erschöpfung, Lähmungen, Muskeltremor (Muskelzittern), Schwindel, Übelkeit, etc. führen können. Die Belastungen verringern sich über die Jahrzehnte kaum. Eine Untersuchung ist vor allem beim Aufenthalt von Kleinkindern im (Holz-)Fertighaus wichtig, da diese sich bodennah aufhalten (Liegen, Krabbeln) und so den Hausstaub, an den sich schwer-flüchtige Substanzen anlagern, über die Atemwege und oral durch in den Mund nehmen von Gegenständen verstärkt aufnehmen. Durch Sichtprüfungen sind Holzschutzmittel nicht nachweisbar. Lediglich bei Aufbringung als wasserlösliche Salze sind manche Holzschutzmittel an nadelartigen Strukturen auf der Holzoberfläche zu erkennen.

Formaldehyd: Das Ständerwerk eines Holzfertighauses wurde in den meisten Fällen von außen und innen mit Spanplatten beplankt, um zum einen eine Steifigkeit der Wände herbeizuführen und zum anderen die zwischen den Platten eingebrachte Wärmedämmung (meist ebenfalls schädliche künstliche Mineralfasern) zu fixieren. Spanplatten wurden damals mit stark Formaldehyd-haltigen Bindemitteln hergestellt. Zum Einsatz kamen Harnstoff-Formaldehyd-Harze, Phenol-Formaldehyd-Harze und Melamin-Formaldehyd-Harze. Bei hoher Luftfeuchte löst sich Formaldehyd durch Hydrolyse besonders gut aus Holzwerkstoffen mit Harnstoff-F.-Harzen und gelangt über Jahrzehnte kontinuierlich in die Raumluft.

PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe): Sind in Dachbahnen, als Holzschutz (Teeranstriche) oder als Parkettkleber (Teerkleber) in Fertighäusern verwendet worden. Viele PAK's sind als krebserregend eingestuft und werden über die Raumluft und den Hausstaub (nasal und oral) in den Körper aufgenommen.

Schimmel: Bauartbedingt finden sich bei Holzfertighäusern häufig Undichtigkeiten in den Außenwänden. Im Winter können durch diese Leckagen große Raumluftmengen konvektiv in die Zwischenwand eindringen. Die mitgeführte Feuchte (Raumluftfeuchte) gelangt dort in die Dämmebene, wo das zuvor gasförmige Wasser kondensiert und zu Schimmelpilzbildung führt. Die Folge ist ein häufig in Fertighäusern wahrnehmbarer muffiger Geruch. Eine Raumluftuntersuchung ist notwendig, um Schimmelpilze von den ebenfalls muffig riechenden Chloranisolen zu unterscheiden.

Künstliche Mineralfasern (KMF): In Zwischenwänden und auch Decken eines Fertighauses wurden zwecks Wärmedämmung künstliche Mineralfasermatten eingelegt. Die damals verwendeten Mineralfasern stehen heute im Verdacht krebserregend zu sein, da sie sich nicht wie moderne Fasern nach einiger Zeit in der Lunge auflösten. Der Vergleich zu Asbest wurde gezogen, der bekanntlich zu Lungen-, Bauchfell und Blasenkrebs führen kann (Mesotheliom). Bei nicht ausreichendem Rieselschutz oder bei Luftundichtigkeiten in den Wänden können diese Mineralfasern in die Raumluft und über die Atemwege in die Lunge gelangen, wo sie sich festsetzen.

PCB (polychlorierte Biphenyle): Wurden als Weichmacher und als Flammschutzmittel eingesetzt. In Fertighäusern kamen sie u.a. in Anstrichen (Heizkörper, Deckenplatten, Holzpaneelen, etc.), Bodenbelagsklebstoffen und dauerelastischen Fugenmassen zur Anwendung.

Chloranisole: Beim mikrobiellen Abbau von chlor-phenolischen Verbindungen entstehen Chloranisole, die z.T. schon in geringsten Mengen als muffig-schimmelig oder auch muffig-korkige Geruchskomponente in der Raumluft eines Fertighauses wahrnehmbar sind. Sie können ein Hinweis auf die Verwendung von Holzschutzmitteln im Fertighaus sein (z.B. Pentachlorphenol).

Welche Untersuchungen speziell für Ihr Fertighaus sinnvoll sind (z.B. auch auf Schwermetalle), können erst bei der Ortsbegehung in Verbindung mit Informationen zur Gebäudehistorie festgelegt werden.

 

 

 
Das Institut für Energieberatung und Baubiologie ist Mitglied im
Banner