Viele Menschen, die sich für längere Zeit an eine Immobilie (Wohnung / Eigenheim) binden wollen, lassenzuvor ein baubiologisches Gutachten erstellen, um das Risiko zu verringern später aufgrund der Schadstoffe im Haus zu erkranken oder nach einem Kauf feststellen zu müssen, dass sie statt des Traumhauses ein großes Sanierungsobjekt erstanden haben.
Je nach Situation und Fragestellung werden bei der Erstellung eines Gutachtens die Raumluft, der Hausstaub oder verdächtige Materialien auf chemische Schadstoffe untersucht. Entsprechend der vorgefundenen Belastungen werden die Schadstoffquellen ermittelt. Im Gutachten werden die Ergebnisse zusammengefasst, Aussagen zur Gefährdung der Bewohner gemacht und Sanierungsempfehlungen gegeben, wie die Schadstoffbelastung verringert oder ganz vermieden werden kann. Mit diesem Wissen ist man in der Lage, Fehler aus der Vergangenheit bzw. eine große Fehlinvestition zu vermeiden.
Hintergrund: Schadstoffe sind seit den 70er Jahren verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt worden. Damals wurde den Menschen zum ersten Mal bewußt, dass der sorglose Umgang mit bestimmten Materialien und Baustoffen zu Erkrankungen geführt hat. Der Einsatz von krebserregenden Substanzen, wie etwa Holzschutzmittel, Asbest, PCB, Formaldehyd, teerhaltige Kleber und anderen Substanzen wurde in den letzten Jahrzehnten durch Verbote oder durch die Festlegung von Grenzwerten verringert. Viele Substanzen sind aber auch heute noch in Bau- und Einrichtungsmaterialien zu finden, oder durch andere - nicht minder gefährliche Substanzen - ersetzt worden, da diese noch nicht verboten wurden.
Krankheitsgeschichten von Menschen, die Jahrzehnte nichts ahnend in belasteten Gebäuden gelebt haben, sprechen ihre eigene Spache. Umweltmediziner raten bei unerklärlichen Krankheitsverläufen und einer leidvollen Odysse von Arzt zu Arzt zu einer baubiologischen Untersuchung der Immobilie, speziell des Schlafplatzes auf Schadstoffe.
Gutachten bei Schimmel
Der schriftliche Nachweis der Ursache eines Befalls mit Schimmel ist vor allem bei juristischen Streitsachen unabdingbar, um seine Rechte vertreten lassen zu können. Dies gilt für Mieter und Vermieter gleichermaßen.
Wer trägt die Schuld am Schimmel in der Wohnung, an Fensterleibungen, in Raumecken und an den Wänden? Wird zu wenig gelüftet, zu wenig geheizt oder liegt ein baulicher Mangel vor? Sind es Wärmebrücken, die Restfeuchte eines Wasserschadens, aufsteigende Feuchte oder ist es die zeitliche Verkettung von begünstigenden Umständen?
Genaue Aussagen über die Ursache eines Befalls mit Schimmel können nur nach einer eingehende Untersuchung der befallenen Bauteile und des Gebäudes gemacht werden. Die Untersuchung vor Ort umfasst die Aufnahme bauphysikalischer Paramter zur Eingrenzung der Ursache, das Interview mit den Bewohnern und bei Bedarf auch die mikrobiologische Untersuchung der auftretenden Schimmelpilze. Die Untersuchungsergebnisse werden in einem Gutachten schriftlich aufgeführt. Aus den zur Verfügung stehenden Untersuchungsergebnissen, Indizien und Beweisen kristallisiert sich wie bei einem Puzzle die Ursache für den Befall mit Schimmel heraus.
Ein Schimmelgutachten ist aber auch in solchen Fällen notwendig, wo die potentielle Gefährdung der Bewohner nachgewiesen werden soll. Oft sind es Kinder, die aufgrund einer erhöhten Belastung der Raumluft mit Schimmelpilzsporen erkranken. Kinder sind hochsensibel und reagieren daher früher mit körperlichen Symptomen als Erwachsene auf Schimmel und andere Schadstoffe.