Schimmelpilzsanierung und Sanierungskontrolle

Schimmelpilzsanierung – Kontrolluntersuchung

SanierungskontrolleNach einer Schimmelpilzsanierung ist es zwingend notwendig die Arbeitsbereiche einer Sanierungskontrolle zu unterziehen. Bei Schimmelpilzsanierungen wird diese Kontrolle aus Kostengründen gerne mal ausgelassen, da die Notwendigkeit einer solchen oft nicht gesehen wird. Nicht wenige Versicherer stecken die Kosten für Feinreinigung und Freimessung (Sanierungskontrolle) lieber in die Renovierungsarbeiten, bei denen alles wieder „hübsch“ gemacht wird. Das Gefährdungspotential der Schimmelsporen für die Bewohner / Nutzer der Räume ist aber häufig nicht bekannt oder wird unterschätzt. Aus den gleichen Gründen treffen wir auf vielen Sanierungsbaustellen auf Arbeiter ohne Atemschutz.

Beim Ausbau der mit Schimmel befallenen Materialien geht in der Regel mit einer Erstverschlimmerung der hygienischen Situation in den Räumen einher. Denn durch die mechanische Bearbeitung der Bauteile lösen sich die dort befindlichen Schimmelpilzsporen ab. Diese schweben zunächst längere Zeit im Raum. Später setzen sich diese auf den Oberflächen ab, werden von dort aber schon bei geringsten Luftbewegungen wieder aufgewirbelt und gelangen so erneut in die Atemwege. Die hygienische Situation in den Räumen ist daher während und oft sogar nach einer Sanierung weitaus schlechter als vorher. Darauf angesprochen hören wir oft die Ausrede „Hier wurde alles desinfiziert. Es ist hier ungefährlich!“ Das ist aber nur die halbe Wahrheit.

Desinfektion notwendig?

Leider wird bei vorschnell durchgeführten Desinfektionsmaßnahmen nämlich übersehen, dass das die eigentliche Gefährdung durch Schimmelpilzsporen nicht der Befall der Lunge, sondern deren allergenes und toxisches Potential ist. Eine Lungenmykose durch Schimmelpilze tritt nur in sehr seltenen Fällen und nahezu ausschließlich bei Personen mit stark geschwächtem Immunsystem auf, also zum Beispiel nach Organtransplantationen. Somit ist eine Desinfektion nur in hoch-sensiblen Bereichen (Krankenhäuser, Pflegeheime, etc.) angebracht. Aber auch Desinfektionsmaßnahmen müssen auf die vorliegende Situation abgestimmt sein. Gelangt das Desinfektionsmittel aufgrund physikalischer Eigenschaften der Bauteile nicht an alle relevanten Bereiche (z. B. unter dem Estrich), muss über Alternativen nachgedacht werden.

In Wohn- und Büroräumen ist eine Desinfektion daher eher kontraproduktiv. Zudem belasten die verwendeten Mittel den menschlichen Organismus akut und je nach eingesetztem Mittel auch längerfristig. Hier ist die mechanische Entfernung der Sporen die Methode der Wahl.

Freimessung von Sanierungsbereichen

Gemäß Schimmelpilzleitfaden ist nach dem Rückbau von Tapeten, Putz und Co. eine Feinreinigung der Räume durchzuführen. Dabei saugen die Mitarbeiter des Sanierungsunternehmen alle Oberflächen im Raum mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter ab. Da aber zeitgleich viele Sporen in der Raumluft schweben, muss die Raumluft – parallel zur Reinigung der Oberflächen – mehrfach mit geeigneten Raumluftfiltergeräten von Schimmelpilzsporen befreit werden. Diese sedimentieren ansonsten wieder auf den Oberflächen und die Reinigung müsste erneut erfolgen.

Bei einer durch uns durchgeführten Sanierungskontrolle nach Schimmelpilzsanierung kommen zwei Verfahren zum Einsatz. Mittels der KBE-Messung überprüfen wir die Raumluft auf keimfähig Sporen, mit der Gesamtsporen-Untersuchung zusätzlich auf abgetötete Sporen (z. B. nach Desinfektionsmaßnahmen).  Sind Anzahl der Sporen und deren Artenprofil mit diesem der Außenluft vergleichbar oder sind keine quantitativen Auffälligkeiten vorliegend, kann die Sanierung als erfolgreich eingestuft und die Räume freigegeben werden. Andernfalls muss die Reinigung der Räume wiederholt werden und die Kontrollmessung im Anschluss erneut erfolgen. Mehr zur Raumluftmessung hier…

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