Gefahrstoffmessung – Ermittlung der inhalativen Exposition (TRGS 402)

Gemäß Arbeitsschutzgesetz müssen Betriebe in regelmäßigen Abständen durch eine Gefahrstoffmessung und Expositionsmessung am Arbeitsplatz auf deren Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte überprüft werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn Arbeitsprozesse geändert wurden, neue Produktionsmittel etabliert werden oder generell das Austreten von Gefahrstoffen nicht zu vermeiden ist. Je nach Branche stehen dabei unterschiedliche Substanzgruppen im Fokus. Daher ermitteln für Sie die zu überwachenden Substanzen und wählen ein geeignetes Messverfahren.
Unsere Gefahrstoffmessung am Arbeitsplatz (s. auch Arbeitsplatzmessungen) umfasst – je nach Situation – unterschiedliche Gefahrstoffgruppen. Wir unterscheiden daher Richtliniengemäß zwischen:
- Fasern
- Gasen
- Aerosole
- Rauche
- Dämpfe
- Stäube
Gefahrstoffmessung auf Stäube
Bei einer Gefahrstoffmessung auf Stäube wird z. B. zwischen einatembaren Stäuben (E-Staub) und alveolengängigen Stäuben (A-Staub) unterschieden. Alveolengängige Stäube besitzen ein höheres Schadpotential, da diese tief in die Lunge vordringen und nicht mehr durch das Flimmerepithel, das die Lunge in den oberen Bereichen auskleidet, aus der Lunge entfernt werden können. Sind die eingedrungenen Partikel oder Fasern zusätzlich karzinogen (z. B. Schwermetalle, Nitrosamine, Aflatoxine, Asbest, künstliche Mineralfasern (KMF), etc.), ist das Risiko an Krebs zu erkranken entsprechend höher. Daher existieren für A- und E-Staub, sowie Fasern unterschiedliche Grenzwerte.
Bewertung von Expositionen durch Gase
An Arbeitsplätzen, an denen eine Belastung mit mehreren gasförmigen Gefahrstoffen vorliegt, greift die Überprüfung einzelner Arbeitsplatzgrenzwerte zu kurz. Dies gilt insbesondere in der chemischen Industrie, wo viele verschiedene gasförmige Gefahrstoffe in der Hallenluft der Produktionshallen vorliegen können. Zur Beurteilung einer Gefährdung durch Inhalation solcher Gasgemische wird daher gemäß TRGS 402 („Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition“) ein Gesamtindex aus der Summe der Einzelindizes berechnet und bewertet.
Unsere Gefahrstoffmessung von Gasgemischen erfasst relevante Einzelsubstanzen in der Atemluft Ihrer Mitarbeiter und bewerten diese gemäß der einschlägigen Richtlinien durch die Bildung von Indizes. Ob die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz bezüglich bei Exposition der Arbeiter mit verschiedenen Substanzen ausreichend ist, wird über diese Indizes und über die Erfassung des Schichtmittelwerts ermittelt.
Wozu dient eine Gefahrstoffmessung und Expositionsmessung am Arbeitsplatz?
Am Ende wissen Sie als Fachkraft für Arbeitssicherheit oder als Unternehmensleitung, ob die Arbeitsplätze den gesetzlichen Vorgaben entsprechen oder ob Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Mitarbeiter erforderlich sind. Auf Wunsch unterstützen wir Sie bei der Auswahl der Sicherheitsmaßnahmen und begleiten deren Umsetzung. Nach Umsetzung der Maßnahmen erfolgt eine Kontrollmessung, um den Erfolg der Maßnahme nachzuweisen und belegen zu können. Dies ist insbesondere vor den Berufsgenossenschaften notwendig, aber auch vor den Aufsichtsämtern des Landes.
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Häufige Fragen zur Arbeitsplatzmessung
Eine Arbeitsplatzmessung auf Gefahrstoffe ist eine messtechnische Untersuchung, bei der der ausgewählte Mitarbeiter eine Messausrüstung tragen (personengebundene Messung). Durch diese wird die Atemluft während der Arbeitsschicht kontinuierlich angesaugt und beim Durchtritt an ein sogenanntes Sorbent (Reaktionsmedium) gebunden. Die genommenen Luftproben werden später im Labor analysiert. Zum Abschluss wird ein Gutachten erstellt und bescheinigt, ob die Schutzmaßnahmen bezüglich der untersuchten Gefahrstoffe im Betrieb ausreichend sind oder ob weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen.
Nein. Der Betriebsablauf wird nicht relevant gestört. Es muss eine kurze Pause eingelegt werden, während dieser die ausgewählten Mitarbeiter mit dem Messequipment ausgerüstet werden (personengebundene Messung). Bei einer stationären Messung ist eine solche Pause nicht notwendig.
Entsprechend der TRGS 402 muss der Schichtmittelwert der Belastung ermittelt werden. Je nach Arbeitsumfeld und Arbeitsbedingungen dauert die Messung zwischen 1 und 4 Stunden.
Ja! Die Gefahrstoffmessung ist ein spezieller Teil einer Arbeitsplatzmessung, der sich mit der Bewertung von einatembaren Schadstoffen befasst. Eine Arbeitsplatzmessung kann dagegen auch andere Parameter umfassen, z. B. Beleuchtung, Lärm, Ergonomie, etc.
Ja. Die Untersuchung wird vor Ort detailliert protokolliert. Alle notwendigen Parameter werden erfasst und später, zusammen mit den Messdaten in einem Gutachten zusammengeführt. Das Gutachten schließt mit der Nennung der Befunde ab, also im besten Fall: Schutzmaßnahme ausreichend.
In diesem Fall beraten wir sie zu weiteren Maßnahmen gemäß STOP-Prinzip, wie Sie die Belastungssitutation im Betrieb verringern können. Unsere Kontrollmessung nach Umsetzung der Maßnahmen belegt gegenüber den Aufsichtsbehörden und der DGUV die erneute Einhaltung der Arbeitsplatzgrenzwerte.