Holzschutzmittel

Historie der Holzschutzmittel

Holzschutzmittel sind im letzten Jahrhundert in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen und sowohl im Außenbereich als auch im Innenraum verwendet worden. Ziel war es, feuchtebelastete Bauteile aus Holz vor Pilz- und Insektenbefall zu schützen. In bestimmten Einsatzbereichen konnte die Anwendung von Holzschutzmitteln als sinnvoll eingestuft werden (in Normen beschrieben, z.B. Holz mit holzschutzmittel pcp lindandauerhaftem Erdkontakt). In den 80er Jahren trieb dies aber seltsame Blüten, als viele Hausbesitzer aus übertriebener Vorsorge begannen auch im Innenbereich Holzschutzmittel (vor allem PCP und Lindan) zu verwenden, um ihrem Haus „etwas Gutes zu tun“. Damals war das Wissen über die toxische Wirkung dieser Substanzen noch nicht bekannt, so dass es sogar vorkam, dass nur für den Außenbereich zugelassene Holzschutzmittel für die Holzbalken-Deko im Wohnzimmer verwendet wurde. Lindan ist bis heute nicht generell verboten. So kommt es z.B. in medizinischen Präparaten (z.B. gegen Krätze) noch heute zum Einsatz. Der Einsatz von PCP ist in Deutschland zwar verboten, es kann bis heute aber in Importwaren vorkommen, da neue Gesetze bei Importwaren zwar erlassen wurden, aber noch nicht alle Holzschutzmittel darin aufgenommen wurden.

Belastung durch Holzschutzmittel in Innenräumen

Holzschutzmittel bilden eine große und heterogene Gruppe von Substanzen, die alle schwer-flüchtig sind (einen geringen Dampfdruck haben) und daher nur langsam an die Raumluft abgegeben werden. Dies führt dazu, dass die giftigen Substanzen über viele Jahrzehnte zu einer anhaltenden Belastung der Raumluft führen. In vielen Immobilien der Bauzeit 1989 und älter muss daher mit dem Auftreten von Holzschutzmittel in der Raumluft gerechnet werden. Erst danach war das in-Verkehr-bringen von von z.B. PCP- (Pentachlorphenol) haltigen Produkten verboten. PCP und Lindan (Hexachlorcyclohexan) sind typische Präparate der 70er und 80er Jahre und wurden in der Regel als Gemisch verkauft, um sowohl Pilze als auch Insekten gleichermaßen abzutöten.

Grob können Holzschutzmittel in die Gruppen „ölige“, „Lösemittelhaltige“ und „wasserbasierte“ Holzschutzmittel eingeordnet werden. Zu den „öligen“ Präparaten gehören z.B. Teeröle. Als bekanntes Produkt ist hier Carbolineum zu nennen, das z. B. Eisenbahnschwellen zu einer extrem langen Nutzungsdauer verhalf. Teeröle sind stark PAK-haltig und daher als krebserregend eingestuft worden. PCP und Lindan gehöhren zu den Lösemittelhaltigen Holzschutzmitteln, wobei Salzverbindungen (z.B. PCP-Natrium) zu den wasserbasierten Holzschutzmitteln zählen.

Gesundheitliche Wirkung von Holzschutzmitteln

Zu den gesundheitlichen Wirkungen von Holzschutzmitteln können an dieser Stelle keine erschöpfenden Angaben gemacht werden, zu vielfältig sind deren Wirkungsmechanismen im Körper. Exemplarisch wird an dieser Stelle PCP beschrieben, da es zu den gängigsten Holzschutzmitteln gehört. PCP kann respiratorisch (Atmung, Raumluft), dermal (Haut, belastete Textilien) und oral (belastete Lebensmittel aufgrund Lagerung und Hausstaub bei Bodennahmen Aufenthalt von Kindern) aufgenommen werden. Es führt zu einer Aktivierung der Leberenzyme. Bei höheren Konzentrationen entkoppelt es die Energiegewinnung in den Mitochondrien. Zudem schwächt PCP das Immunsystem, so dass Betroffene häufiger und länger mit Infektionskrankheiten kämpfen müssen. Die Entkopplung der Energiegewinnung führt zu unspezifischen Symptomen, wie Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Zerschlagenheit, schnelle Ermüdbarkeit, Kopfschmerzen, etc. Aber auch organische Symptome wie Stoffwechsel- und Kreislaufstörungen, Krämpfe, Erbrechen und Durchfall sind Indiz für eine Vergiftung, können aber natürlich auch anderer Genese sein.

Nachweis von Holzschutzmitteln

Zur Untersuchung der Raumluft auf Holzschutzmittel und deren Nachweis werden in im Rahmen einer Messung aktiv Raumluftproben entnommen und auf der Gehalt an verschiedenen Holzschutzmitteln untersucht. Für Innenräume wurden Richtwerte von der WHO, dem Umweltbundesamt und den ehemaligen Landesgesundheitsämtern festgelegt. Sofortiger Handlungsbedarf in Form von Sanierungen besteht z.B. wenn die Konzentration von PCP oberhalb von 1 mg / m3 Raumluft liegt. Ein gesundheitliche Wirkung ist dann zu erwarten. Alternnativ kann der Hausstaub auf Holzschutzmittel untersucht werden, da dieser für alle schwer-flüchtigen Schadstoffe eine Senke darstellt. Die Moleküle lagern sich an Staub-und Feinstaubpartikel in der Raumluft an und sinken mit diesem zu Boden. Besonders im Altstaub hinter Verkleidungen können teilweise hohe Belastungswerte auftreten. Die Staubanalyse auf Holzschutzmittel ist daher ein gängige Methode, um eine erste Einschätzung zur Verwendung von schwer-flüchtigen Schadstoffen in Gebäuden vornehmen zu können.