Messung von Schimmel in der Raumluft

Schimmelmessung – Nachweis von Schimmel in Innenräumen

Schimmel ist so gut wie unsichtbar, da dessen Filamente (Myzel) sehr dünn und transparent ist. Hat dieser aber bereits Sporenträger (Sporangien) und Sporen (Konidien) ausgebildet hat, ist auf hellen Untergründen durch die enthaltenen Pigmente dagegen gut zu erkennen und kann in den unterschiedlichsten Verfärbungen auftreten (schwarz, gelb, blau, rot, grün, etc.). Oft ist  der Schimmelpilz aber durch Tapeten, Möbel oder Wandverkleidungen verdeckt. Die Sporen gelangen dennoch in die Raumluft und können dort nur durch eine Raumluftuntersuchung nachgewiesen werden.

Bei dieser Raumluftmessung gehen wir nach VDI 4300 oder DIN EN ISO 16000 (bzw. in Anlehnung an diese) vor, um belastbare Ergebnisse zu erhalten. Nur so können wir eine akuten Gefährdungsbeurteilung durch vorhandene Schimmelpilze ermitteln und Sie zu weiteren Maßnahmen optimal beraten. Je nach Kontext erstellen wir auch Schimmelgutachten bei juristischen Streitfällen. Noch viel wichtiger bei vorliegendem Schimmelbefall ist aber die Ermittlung der Ursache, denn nur durch Kenntnis dieser können Schimmelpilze nachhaltig vermieden werden. Kosmetische Maßnahmen wie Überstreichen oder Reinigen der Oberflächen helfen gegen Schimmelpilze nur kurzfristig und der Schimmel wird nach einiger Zeit erneut auftreten. Gerne stehen wir Ihnen bei der Ursachenermittlung von Schimmelpilzen zur Seite.

Schimmel – Fakten

Allgemeines: Unter Schimmel (genauer: Schimmelpilz) werden Filamentbildende Pilze verstanden. Diese stammen zum überwiegenden Teil aus der Gruppe der Schlauch- und Jochpilze. Die Gesamtheit der Filamente wird als Pilzmycel bezeichnet, das den eigentlichen Schimmel als Organismus darstellt. Zwecks Erhaltung des Organismus wachsen in bestimmten Situationen Sporenträger aus dem Myzel aus. Diese tragen je nach Gattung und Nährboden mit SchimmelArt einzelne bis tausende von Sporen. Die Sporen werden in die Raumluft abgegeben und gelangen mit Luftströmungen auf andere Oberflächen. Dort keimen warten sie auf günstige Bedingungen und bilden ein neues Schimmelpilzmycel aus, das wiederum Sporenträger ausbildet, usw. Schimmel benötigt in erster Linie Feuchtigkeit. Die anderen notwendigen Faktoren wie Licht, Sauerstoff, Nährstoffe, ph-Wert, etc. liegen in unseren Wohnbereichen meist optimal oder zumindest ausreichend vor. Daher ist Feuchtigkeit der limitierende und damit wichtigste Faktor.

Vorkommen: Schimmel kommt überall vor, da er ein notwendiger Bestandteil der belebten Natur ist. So baut Schimmel als Saprophyt organisches Materialien (tote Pflanzen, Bäume, etc.) ab und gibt so deren Nährstoffe in den Boden frei, die von wachsenden Pflanzen wieder verwendet werden können. Im Innenraum trifft man auf Schimmel für gewöhnlich bei Lebensmitteln (Käse, Brot, Wurst, Getränke). Aber auch auf anderen organischen Materialien wie Acryldichtungen im Bad, auf Kunststoffen, Textilien und sogar auf Fensterscheiben, wird er gefunden. Dort hat nämlich das Gemisch von Luftfeuchte, Fettsäuren (Kochdünste) und Hausstaub einen ausreichenden Nährboden geschaffen.

Toxizität: Ein konkreter Toxizitätswert für Schimmel kann Stand der Wissenschaft heute nicht festgelegt werden. Zu unterschiedlich sind die krankmachenden Potentiale der einzelnen Schimmelpilzarten, zu heterogen die Sensibilität der Bewohner. Zudem sind bestimmte Arten von Schimmel in der Lage Mykotoxine zu bilden und in die Raumluft abzugeben. Zeitpunkt und Menge und vor allem die notwendigen Raumklimaparameter, bei dessen Vorliegen Mykotoxine gebildet werden, sind oft nur unzureichend bekannt. Am bekanntesten sind ist die Gruppe der sogenannten Aflatoxine, die als krebserregend eingestuft sind.  Diese Mykotoxine und andere Stoffwechselprodukte sind es, die bei den Bewohnern zu körperlichen Symptomen, wie Kopfschmerzen, Durchfall, Konzentrationsschwäche, etc. führen können.

Mancher Schimmel kann Infekte auslösen (z.B. Aspergillus flavus, A. fumigatus) und unter bestimmten Bedingungen auch den menschlichen Organismus schädigen (Aspergillose). Andere Schimmelpilze sind hierzu nur in der Lage, wenn sie auf ein sehr schwaches Immunstystem beim Menschen treffen, wie es z.B. nach Organtransplantationen oder bei AIDS-Patienten der Fall ist. Weiterhin haben alle Arten von Schimmel ein mehr oder weniger starkes allergenes Potential, was bei der Entwicklung von Asthma einen wichtiger Faktor darstellt.

Grenzwert: Da für Schimmel keine Toxizitätswerte vorliegen, existieren auch keine toxikologisch, allergisch oder infektorisch begründeten Grenzwerte, oberhalb dieser mit einer Erkrankung zu rechnen ist. Um Erkrankungen, wie z.B. Hautausschläge, Allergien und Atemwegserkrankungen weitestgehend zu vermeiden, hat das Umweltbundesamt (und das LGA Baden-Württemberg) daher Vorsorgewerte festgelegt. Bei Einhaltung dieser Grenzwerte ist eine Erkrankung – bei normaler Immunkompetenz – unwahrscheinlich. Diese Grenzwerte liegen meist auf dem Niveau der Außenluft oder vereinzelt auch leicht darüber.

Weitere Infos erhalten Sie in den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation von 2009 als Downolad.