Schadstoffe in Fertighäusern

Schadstoffe in Fertighäusern – Holzschutzmittel

In Fertighäusern der Baujahre 1955 – 1995 werden von uns regelmäßig Schadstoffe nachgewiesen. Eine Überprüfung der Raumluft und ggfls. des Hausstaubs wird daher vor dem Kauf eines Holz-Fertighauses aus diesen Baujahren dringend empfohlen.

Schadstoffe in FertighäusernHintergrund: Ein Fertighaus besteht zum Großteil aus Holz- und Holzwerkstoffen, welche entsprechend des damaligen Stands der Technik (DIN 68800) mit einem chemischen Holzschutz versehen wurden. Diese Holzschutzmittel sollten einen Befall mit Fäule-, und Bläuepilzen, Schimmel und Insektenlarven verhindern. Dies galt insbesondere für die statischen Elemente (Ständerwerk und aussteifende Wandscheiben). In diesen Bauteilen finden wir regelmäßig Holzschutzmittel, wie PCP (Pentachlorphenol), TeCP (Tetrachlorphenol) und Lindan (gamma-Hexachlorcyclohexan). Produkte, die solche Holzschutzmittel enthielten, waren Xyladecor, Xylamon, Hylotox (DDR), Basileum, etc. Dabei wurden häufig auch Gemische eingesetzt. Da PCP fungizid (gegen Pilze) wirkt, Lindan aber insektizid (gegen Insektenbefall), wurden diese beiden Substanzen häufig im Verhältnis 10:1 eingesetzt, um sowohl den Befall mit Schimmelpilzen, holzzerstörenden Pilzen und den Befall mit Insektenlarven zu verhindern.

Schadstoffe in Fertighäusern – Formaldehyd

Spanplatten in Fertighäusern werden als Beplankung und Aussteifung (Stabilisierung) auf das Ständerwerk geschraubt. Bei der Herstellung wurden feine oder auch gröbere Holzspäne in Leim eingerührt und das resultierende Gemisch bei hohen Temperaturen zu Platten gepresst. Als Leim  wurde häufig Harnstoff-Formaldehyd-Harz (UF-Harz) verwendet. Ein großer Teil des Formaldehyd entweicht in den ersten Monaten nach der Herstellung. Aber auch der Rest ist nicht fest im Leim gebunden, sondern entweicht auch noch viele Jahre später aus den Platten und wird in die Raumluft abgegeben. Dieser Vorgang verstärkt sich zudem mit steigender Raumluftfeuchte. Auch Jahrzehnte nach dem Bau eines Fertighauses können diese Emissionen die Innenraumluft in hohem Maße belasten, was wir mittels einer Raumluftmessung auf Formaldehyd regelmäßig nachweisen. Die Untersuchung auf Formaldehyd ist daher ein wichtiger Bestandteil des von uns angebotenen Fertighaus-Check.

Schadstoffe in Fertighäusern – Asbest

Wie in massiven Gebäuden ist auch in Fertighäusern aus dieser Zeit häufig Asbest verbaut worden. Da der Einsatz von Asbest erst 1993 in Deutschland verboten wurde, gilt dies zunächst einmal für alle Baujahre vor diesem Zeitpunkt. Häufig wurde Asbest in den Verkleidungen der Fassaden in Form von Putzträgerplatten oder als vorgehängte Fassadenplatten verbaut. Dabei kamen vor allem Zementgebundene Asbestplatten zum Einsatz. Diese wurden verputzt oder gespachtelt und anschließend gestrichen. Von diesen Platten geht keine Gefahr aus, solange diese nicht mechanisch bearbeitet werden. Eine Bohrung, unbedacht in die Wand gesetzt, kann dagegen zig tausende Asbestfasern freisetzen. Werden die Bohrungen im Außenbereich gesetzt (was die Regel ist) verbleiben die meisten Fasern auch im Außenbereich. Es kann aber vorkommen, dass Asbestfasern beim Durchstoßen der Platte auch in die Dämmebene der Außenwände gelangen. Bei fehlender oder defekter Dampfsperre auf der Innenseite können die Fasern dann über Risse und Fugen auch in den Innenraum gelangen.

Sicherheit beim Fertighauskauf – Unser Fertighaus-Check

Was ganz allgemein für Massivhäuser gilt, wird bei Holz-Fertighäusern besonders wichtig: Wer eine Immobilie erwirbt und hohe Investitionen tätigt, ist gut beraten die Immobilie zuvor gründlich auf Schadstoffe untersuchen zu lassen. So vermeidet man später unglücklich in einem großen Sanierungsobjekt zu sitzen, weil kein Budget mehr für eine Sanierung übrig ist. Schadstoffbelastungen in Gebäuden sollten sich daher auf den Kaufpreis auswirken, damit die Kosten für notwendige Sanierungen von den neuen Eigentümer aufgebracht werden können.

Sich vor dem Kauf/Verkauf einer Immobilie Klarheit über den Belastungsgrad der Immobilie zu verschaffen hat somit Vorteile für Käufer und Verkäufer, da eventuelle gerichtliche Auseinandersetzungen und die damit verbundenen zusätzlichen Kosten vermieden werden.

Sollten Sie ein Fertighaus der Baujahre 1950 – 1995 erwerben oder veräußern wollen, untersuchen wir dieses zu Ihrer Sicherheit auf typische Schadstoffbelastungen der Bauzeit. Entsprechend der ermittelten Belastungen empfehlen wir Ihnen Sanierungsmaßnahmen und begleiten diese auf Ihren Wunsch, um die fachgerechten Arbeiten sicherzustellen. Unsere abschließende Sanierungskontrollmessung belegt, ob die Sanierung erfolgreich war, damit Sie in unbelasteten Räumen wohnen.

Rufen Sie uns doch einfach unverbindlich an…0221 / 99874210

Mehr zum Thema finden Sie auch unter folgendem Links

Artikel der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2004: Vesteckten Gefahren in Immobilien

Video von PlusMinus „Gift in Fertighäusern“ (Quelle: ARD, 2016)

Artikel der Süddeutschen Zeitung, Die Holzschutzmittel-Opfer – Legal vergiftet, dann vergessen, (2009)