In Kürze
- Unsere Messung von Schadstoffen in Innenräumen dient dazu, konkrete Belastungen zuverlässig zu identifizieren und deren Ursachen zu identifizieren bzw. einzugrenzen.
- Diese Seite beschreibt die technischen Abläufe und Verfahren. Eine Übersicht, wann eine Untersuchung sinnvoll ist, finden Sie auf der Seite zur Raumluftmessung.
- Unsere Messung von Schadstoffen erfasst je nach Situation vor Ort Fasern (Asbest / KMF), Formaldehyd, VOCs, PAK, PCB, Holzschutzmittel, Schimmelpilze, Bakterien u. v. m.
- Unsere Probenahmen erfolgen gemäß VDI 4300 / DIN EN ISO 16000 mit kalibrierten Geräten für belastbare Ergebnisse.
- Sie erhalten eine fundierte Bewertung der Gefährdung und konkrete Empfehlungen für Sanierung und Prävention.
Welche Schadstoffe werden in Innenräumen gemessen?
In Innenräumen können eine Vielzahl unterschiedlicher Schadstoffe auftreten, die je nach Nutzung, Bauweise und Alter des Gebäudes variieren. Oft sind diese Stoffe nicht direkt sichtbar und werden erst durch gezielte Messungen nachgewiesen.
Typische Schadstoffgruppen sind unter anderem:
- Fasern (Asbest und KMF)
- Formaldehyd
- höhere Aldehyde
- flüchtige organische Verbindungen (VOC)
- Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
- Schimmel (Schimmelpilze) und Bakterien
- Holzschutzmittel (PCP, Lindan und Co)
- Pestizide
- Polychlorierte Biphenyle (PCB)
- Polybromierte Biphenyle (PBB)
- Weichmacher, Flammschutzmittel und Konservierungsstoffe
- Schwermetalle
- Dioxine und Furane
- …
Welche dieser Stoffe im konkreten Fall untersucht werden, hängt stark von den Gegebenheiten vor Ort und den Verdachtsmomenten ab. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zwischen pauschalen Messungen und einer gezielten Untersuchung.
Wie erfolgt die Messung von Schadstoffen?
Die Messung von Schadstoffen erfolgt nicht nach einem festen Schema. Vielmehr legen unsere erfahrenen Sachverständigen das geeignete Messverfahren – unter Berücksichtigung der Situation vor Ort – individuell fest. Dabei können folgende Verfahren zum Einsatz kommen:
Raumluftmessung
Bei der klassischen Raumluftmessung wird ein definiertes Luftvolumen durch ein Adsorbens oder einen Filter geleitet. Dabei werden die in der Luft enthaltenen Schadstoffe (Partikel, Fasern, Gase, Aerosole, etc.) gebunden und später im Labor analysiert.
Bei der Messung von Schadstoffen in Innenräumen wird daher ein gemäß der Untersuchungsvorschrift VDI 4300 oder DIN EN ISO 16000 vorgeschriebenes Raumluftvolumen mittels einer geeigneten und kalibrierten Pumpe durch ein Röhrchen mit Adsorbens gesaugt. Hierbei muss auf einen kontinuierlichen, gleichmäßigen Luftstrom geachtet und ein geeigneter Volumenstrom gewählt und kontrolliert werden, damit die Substanzen in ausreichender Menge (Nachweisgrenze) im Sorbent bzw. Filter zurückgehalten werden.
Die Raumluftprobe wird anschließend im Labor ausgewaschen (eluiert) und das entstehende Eluat (Lösungsmittel mit den ausgewaschenen Substanzen) im Gaschromatografen / Massenspektrometer, etc. analysiert. Die dabei erhaltenen Messergebnisse geben Aufschluss über Art und Menge an Schadstoffen in der Raumluft. Die Konzentrationen werden von uns ausgewertet und bewertet. In einem umfangreichen Gutachten bzw. Untersuchungsbericht informieren wir Sie über den Grad der bestehenden Gefährdung und leiten für Sie eine eventuelle Sanierungsnotwendigkeit ab. Bei Vorliegen einer Sanierungsnotwendigkeit erstellen wir auf Ihren Wunsch Sanierungskonzepte, um eine fachgerechte und erfolgreiche Sanierung zu gewährleisten.
Hausstaubanalyse
Nicht alle Schadstoffe befinden sich dauerhaft in der Luft. Einige lagern sich an Staubpartikel an, sinken zu Boden und werden erst beim Aufwirbeln eingeatmet.
Entdecken wir bei der baubiologischen Ortsbegehung daher Verdachtsmomente für schwerflüchtige Schadstoffe, erfolgt eine Hausstaubprobenahme. Die Untersuchung von Hausstaub ermöglicht Rückschlüsse auf langfristige Belastungen, die in einer reinen Luftmessung möglicherweise nicht sichtbar wären. Bei der Analyse von Hausstaub ist es essentiell, dass die korrekte Staubfraktion untersucht wird. Wir die falsche Fraktion untersucht, fallen die Analysenergebnisse falsch positiv oder auch falsch negativ aus.
Materialproben und Quellenermittlung
Wenn der Verdacht besteht, dass ein bestimmtes Bauteil oder Material Schadstoffe abgibt, können gezielt Materialproben entnommen werden. Dazu zählen neben Spanhebenden Proben auch Wischproben und Abstrichproben.
Das ermöglicht eine eindeutige Identifikation der Quelle(n), z. B. bei belasteten Holzbauteilen, Bodenbelägen oder Dämmstoffen.
Baubiologische Ortsbegehung
Das richtige und damit aussagekräftige Verfahren zur Probennahme wird durch unsere zertifizierten und erfahrenen Sachverständigen festgelegt. Diese kennen die Vor- / Nachteile und vor allem die Grenzen der Verfahren und ziehen zudem die Situation vor Ort bei der Auswahl eines Verfahrens sachgerecht mit ein.
Die Messung wird in der Regel durch eine Ortsbegehung ergänzt. Dabei werden mögliche Schadstoffquellen visuell erfasst und in die Bewertung einbezogen.
Für Sie bedeutet das: Die Untersuchung basiert nicht nur auf Messwerten, sondern auf einer Gesamtbetrachtung der Situation vor Ort.
Laboranalyse und Bewertung
Nach der Probenahme erfolgt die Analyse im Labor. Je nach Schadstoff kommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz, z. B.:
- Gaschromatografie
- Massenspektrometrie
- Hochleistungsflüssigkeitschromatographie (HPLC)
- Dünnschichtchromatographie (DC/TLC)
- Infrarotspektroskopie (IR)
- mikroskopische Analysen (Phasenkontrast)
- …
kombiniert mit - Wäagung
- Siebung
- Säurebad
- …
Diese Verfahren ermöglichen es, die Art und Konzentration der Schadstoffe genau zu bestimmen.
Messen kann man viel, bewerten aber nur mit Erfahrung. Die reinen Messwerte sind nur ein Teil der Bewertung. Entscheidend ist die von uns vorgenommene Einordnung. Durch unsere über 20 Jahre Erfahrung in der Messung und Bewertung von Schadstoffen und Einordnung der Werte in den Gesamtkontext sind wir in der Lage die Situation objektiv und belastbar zu beurteilen:
- Liegt eine normale Hintergrundbelastung vor?
- Gibt es eine auffällige Konzentration?
- Besteht gesundheitlicher Handlungsbedarf?
Raumluftgutachten und Handlungsempfehlungen
Die Ergebnisse der baubiologischen Untersuchung werden von uns in einem ausführlichen Schadstoffgutachten zusammengefasst. Dieses dient nicht nur der Dokumentation, sondern vor allem als Grundlage für weitere Entscheidungen.
Das Gutachten enthält unter anderem:
- eine Übersicht der gemessenen Schadstoffe und Konzentrationen
- eine Bewertung der Raumluftqualität
- eine Gefährdungsbeurteilung bei Aufenthalt im Raum
- eine Einschätzung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen
- konkrete Empfehlungen zur Reduzierung der Belastung
Für Auftraggeber bedeutet das: Sie erhalten eine klare Einschätzung der Situation und konkrete nächste Schritte, statt nur schwer interpretierbarer Messwerte.
Warum eine gezielte Schadstoffmessung sinnvoll ist
Standardisierte oder pauschale Messungen liefern oft nur begrenzte Aussagen. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen Parameter und Verfahren.
Durch die Kombination aus Erfahrung, gezielter Probenahme und Laboranalyse können wir auch komplexe Belastungssituationen für Sie nachvollziehbar einordnen.
Eine solche Untersuchung schafft Klarheit – sowohl bei gesundheitlichen Fragestellungen als auch bei baulichen oder rechtlichen Themen.
Hinweis zur Raumluftmessung bei gesundheitlichen Beschwerden
Die Messung von Schadstoffen ist ein Teilbereich der Raumluftuntersuchung. Informationen dazu, wann eine Raumluftmessung sinnvoll ist, welche Beschwerden auftreten können und welche Rolle Gerüche dabei spielen, finden Sie auf unserer Seite zur Raumluftmessung.