Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW)

 Arbeitsplatzgrenzwerte – Überprüfung von Grenzwerten mittels Arbeitsplatzmessung

Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten?Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sind „Grenzwerte für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz“. Sie dienen der Arbeitssicherheit, also dem Schutz von Menschen am Arbeitsplatz, wie es § 5 des Arbeitsschutzgesetzes fordert. Arbeitsplatzgrenzwerte unterscheiden sich in ihrer Bedeutung von sogenannte Richtwerten. Die Einhaltung ersterer hat Gesetzescharakter (Arbeitsschutzgesetz), letztere sind rechtlich betrachtet eher als (dringende) Empfehlung zu verstehen.

Die Einhaltung von Arbeitsplatzgrenzwerten ist die Pflicht des Arbeitgebers. Dieser hat Arbeitsplatzmessungen durchzuführen bzw. durchführen zu lassen.  Arbeitsplatzmessungen betreffen häufig Stäube. Hier wird zwischen einatembaren Stäuben (E-Staub) und alveolengängigen Stäuben (A-Staub) unterschieden. Der Begriff „Gesamtstaub“ ist veraltet und wird nicht mehr verwendet. Alveolengängige Stäube (A-Stäube) besitzen ein höheres Schadpotential, da diese tief in die Lunge vordringen und nicht mehr durch das Flimmerepithel, das die Lunge in den oberen Bereichen auskleidet, aus der Lunge entfernt werden können. Sind die eingedrungenen Partikel zusätzlich karzinogen (z. B. Schwermetalle, Nitrosamine, Aflatoxine, Asbest, etc.), ist das Risiko an Krebs zu erkranken entsprechend höher.

Ermittlung der inhalativen Expositon am Arbeitsplatz gemäß TRGS 402

Bei Arbeitsplätzen, an denen von einer Belastung mit mehreren Gefahrstoffen ausgegangen werden muss, greift die Überprüfung einzelner Arbeitsplatzgrenzwerte zu kurz. Zur Beurteilung solcher Gefahrstoffgemische wird daher die TRGS 402 – „Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition“ angewendet. Dabei unterscheidet man zwischen Gasen, Aerosolen, Rauch, Dämpfen und Stäuben und bestimmt deren Konzentrationen gemäß der einschlägigen Richtlinien. Ob die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz ausreichend sind, wird bei Exposition der Arbeiter mit verschiedenen Substanzen über die Bildung von Indizes ermittelt.

Die Belastungssituation am Arbeitsplatz ist in hohem Maße branchenspezifisch. So finden wir in Betrieben des Kunststoffrecyclings andere Stoffe, als z. B. im Metallverarbeitenden Gewerbe oder der chemischen Industrie. Auch die Dichte und damit das Gewicht der Staubpartikel ist hier stark unterschiedlich, weshalb dies soweit vertretbar in der Gefährdungsermittlung zu berücksichtigen ist.

Überschreiten die gemessenen Schadstoffkonzentrationen die Arbeitsplatzgrenzwerte, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen die bestehenden Konzentrationen abzusenken. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist durch wiederholte Messungen entsprechend der sich verändernden Randbedingungen am Arbeitsplatz zu überprüfen.

Sprechen Sie uns an. Unsere Arbeitsplatzuntersuchungen werden fachkundig, unabhängig und gemäß TRGS 402 bzw. TRGS-900 durchgeführt. Darüber hinaus geben wir Ihnen bei Bedarf Empfehlungen zur erfolgreichen Absenkung der inhalativen Belastung am Arbeitsplatz.

Info Arbeitsplatzgrenzwerte

Arbeitsplatzgrenzwerte wurden 2005 im Zuge der Novellierung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Deutschland eingeführt. Seitdem ersetzten sie die vorherigen Grenzwerte „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“ (MAK) und die „Technische Richtkonzentration“ (TRK).

Bis zur Aufnahme der AGW in die entsprechenden „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ (TRGS) wird zur Gefährdungsbeurteilung auf die vorherigen MAK- und TRK-Werte zurück gegriffen. Die AGW’s selbst sind in der TRGS-900 festgelegt.

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