Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW)

 Arbeitsplatzgrenzwerte – Für die Gesundheit am Arbeitsplatz

Arbeitsplatzgrenzwerte eingehalten?Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sind „Grenzwerte für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz“. Sie dienen der Arbeitssicherheit, also dem Schutz von Menschen am Arbeitsplatz, wie es § 5 des Arbeitsschutzgesetzes fordert. Arbeitsplatzgrenzwerte unterscheiden sich in ihrer Bedeutung von sogenannte Richtwerten. Die Einhaltung ersterer hat Gesetzescharakter (Arbeitsschutzgesetz), letztere sind rechtlich betrachtet eher als (dringende) Empfehlung zu verstehen, wobei diese in der Rechtsprechung die Funktion von Arbeitsplatzgrenzwerten ersatzweise übernehmen können (z. B. bei fehlendem Grenzwert).

Die Einhaltung von Arbeitsplatzgrenzwerten ist die Pflicht des Arbeitgebers, welcher hierzu Arbeitsplatzmessungen durchzuführen bzw. durch Externe durchführen zu lassen hat.  Arbeitsplatzmessungen betreffen u. a. Stäube. Hier wird zwischen einatembaren Stäuben (E-Staub) und alveolengängigen Stäuben (A-Staub) unterschieden. Der Begriff „Gesamtstaub“ ist veraltet und wird nicht mehr verwendet. Alveolengängige Stäube (A-Stäube) besitzen ein höheres Schadpotential, da diese tief in die Lunge vordringen und nicht mehr durch das Flimmerepithel, das die Lunge in den oberen Bereichen auskleidet, aus der Lunge entfernt werden können. Sind die eingedrungenen Partikel zusätzlich karzinogen (z. B. Schwermetalle, Nitrosamine, Aflatoxine, Asbest, etc.), ist das Risiko an Krebs zu erkranken entsprechend höher.

Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) – Info

Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) wurden 2005 im Zuge der Novellierung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Deutschland eingeführt. Seitdem ersetzten sie die vorherigen Grenzwerte „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“ (MAK) und die „Technische Richtkonzentration“ (TRK). Verbindlichen Grenzwerte („binding limit values“) der Europäischen Union werden über § 7 Abs. 11 GefStoffV in nationales Recht überführt. Bei diesen EU-Grenzwerten muss jedoch beachtet werden, dass sie nicht gemäß GefStoffVO zu interpretieren sind, dass bei deren Einhaltung keine akuten oder chronisch schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit im Allgemeinen zu erwarten sind. Vielmehr sind es Mindeststandards, die für die EU-Mitgliedstaaten bindend sind. Die Bewertung der dort aufgeführten Stoffe muss daher über Hinzuziehen der entsprechenden TRGS vorgenommen werden.

Bei fehlendem Arbeitsplatzgrenzwert bzw. bis zur Aufnahme der AGW in die entsprechenden „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ (TRGS) wird zur Gefährdungsbeurteilung auf die vorherigen MAK- und TRK-Werte zurück gegriffen. Die AGW’s selbst sind in der TRGS-900 festgelegt.

 

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