Arbeitsplatzgrenzwerte (AGW) – Arbeitsschutzgesetz

Überprüfung von Arbeitsplatzgrenzwerten gemäß TRGS 402 und Arbeitsschutzgesetz

ArbeitsplatzmessungArbeitsplatzgrenzwerte (AGW) sind „Grenzwerte für die zeitlich gewichtete durchschnittliche Konzentration eines Stoffes in der Luft am Arbeitsplatz“. Sie dienen der Arbeitssicherheit, also dem Schutz von Menschen am Arbeitsplatz, wie es § 5 des Arbeitsschutzgesetzes fordert. Die Arbeitsplatzgrenzwerte wurden 2005 im Zuge der Novellierung der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) in Deutschland eingeführt. Seitdem ersetzten sie die vorherigen Grenzwerte „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“ (MAK) und die „Technische Richtkonzentration“ (TRK).

Bis zur Aufnahme der AGW in die entsprechenden „Technischen Regeln für Gefahrstoffe“ (TRGS) kann zur Gefährdungsbeurteilung auf die vorherigen MAK- und TRK-Werte zurück gegriffen werden. Die AGW’s selbst sind in der TRGS-900 festgelegt.

Bei Arbeitsplätzen, an denen von einer Belastung mit mehreren Gefahrstoffen ausgegangen werden muss, greift die Überprüfung einzelner Arbeitsplatzgrenzwerte zu kurz. Zur Beurteilung solcher Gefahrstoffgemische wird daher die TRGS 402 – „Ermitteln und Beurteilen der Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen: Inhalative Exposition“ angewendet. Dabei wird zwischen Gasen, Aerosolen, Rauch, Dämpfen und Stäuben unterschieden und deren Konzentrationen auf vorgeschriebene Weise bestimmt. Ob die Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz ausreichend sind, wird bei Exposition der Arbeiter mit verschiedenen Substanzen über die Bildung von Indizes ermittelt.

Arbeitsplatzmessungen betreffen häufig Stäube. Hier ist zwischen einatembaren Stäuben (E-Staub) und alveolengängigen Stäuben (A-Staub) zu unterscheiden. Der Begriff „Gesamtstaub“ ist veraltet und wird nicht mehr verwendet. Alveolengängige Stäube (A-Stäube) besitzen ein höheres Schadpotential, da diese tief in die Lunge vordringen und nicht mehr durch das Flimmerepithel, das die Lunge in den oberen Bereichen auskleidet, aus der Lunge entfernt werden können. Sind die eingedrungenen Partikel zusätzlich karzinogen (z. B. Schwermetalle, Nitrosamine, Aflatoxine, Asbest, etc.), ist das Risiko an Krebs zu erkranken entsprechend höher.

Die Belastungssituation am Arbeitsplatz ist in hohem Maße branchenspezifisch. So finden wir in Betrieben des Kunststoffrecyclings andere Stoffe, als z. B. im Metallverarbeitenden Gewerbe oder der chemischen Industrie. Auch die Dichte und damit das Gewicht der Staubpartikel ist hier stark unterschiedlich, weshalb dies in der Gefährdungsermittlung von uns berücksichtigt wird.

Überschreiten die gemessenen Schadstoffkonzentrationen die Arbeitsplatzgrenzwerte, sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen die bestehenden Konzentrationen abzusenken. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist durch wiederholte Messungen entsprechend der sich verändernden Randbedingungen am Arbeitsplatz zu überprüfen.

Sprechen Sie uns an. Unsere Arbeitsplatzuntersuchungen werden fachkundig, unabhängig und gemäß TRGS 402 bzw. TRGS-900 durchgeführt. Darüber hinaus geben wir Ihnen bei Bedarf Empfehlungen zur erfolgreichen Absenkung der inhalativen Belastung am Arbeitsplatz.

Teile diesen Beitrag, wenn er gefallen hat...