Raumluftmessung / Raumluftuntersuchung – Diagnose von Schadstoffen und Allergenen

Themen dieser Seite:

  • Wann ist eine Raumluftmessung sinnvoll?
  • Welche Gefahrstoffe kommen in Innenräumen vor?
  • Welche Rolle spielen Gerüche?
  • Welchen Nutzen hat eine Raumluftmessung bei Beschwerden?

Unsere Raumluftmessung bei gesundheitlichen Beschwerden

Raumluftmessung

Eine Raumluftmessung (auch Innenraumluftmessung genannt) führen wir durch, wenn körperliche Symptome bei den Bewohnern eines Gebäudes auftreten. Diese können auf eine ungesunde Raumluftqualität hindeuten. Viele Ärzte stellen häufig die Diagnose einer „idiopathischen Erkrankung“, was bedeutet, dass die genaue Ursache der Beschwerden nicht ermittelt werden kann. In solchen Fällen empfehlen aufgeklärte Ärzte eine baubiologische Untersuchung der Wohnung oder des Arbeitsplatzes, um mögliche Gefahrstoffe oder Allergene in der Raumluft zu identifizieren.

Gefährliche Stoffe in der Raumluft

Es gibt zahlreiche Gefahrstoffe, die in Wohnräumen vorkommen und bei erhöhter Konzentration gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Einige dieser Substanzen können im Körper gespeichert werden und sich im Fettgewebe anreichern. Diese Toxine werden später wieder in den Blutkreislauf abgegeben, was zu chronischen Gesundheitsproblemen führen kann. Auch wenn die äußere Quelle – wie z. B. eine vergangene Renovierung oder ein Umzug – nicht mehr vorhanden ist, können diese Belastungen weiterhin bestehen bleiben.

Vor einer Raumluftmessung führen wir ein Interview mit den betroffenen Personen, um die Wahrscheinlichkeit einer toxischen Belastung durch gefährliche Stoffe in der aktuellen oder vorherigen Wohnung zu bewerten und darauf abgestimmte Untersuchungen (Raumluft, Staub, Material, Oberflächen, etc.) ableiten zu können.

Raumluftmessung bei auffälligen Gerüchen (Altbau und Neubau)

Gerüche in der Wohnung können ebenfalls auf gefährliche Substanzen hinweisen. Besonders in Neubauten kommen eine Vielzahl an bauchemischen Produkten zum Einsatz, die flüchtige organische VerbindungenVOC oder flüchtige organische Verbindungen VOC steht für "Volatile Organic Compounds" (auf Deutsch: flüchtige organische Verbindungen). Es handelt sich dabei um eine Gruppe von organischen Chemikalien, die bei Raumtemperatur leicht verdampfen und somit in die Luft abgegeben werden. VOCs kommen sowohl in natürlichen als auch in menschlichen Aktivitäten vor und können eine Reihe von Substanzen umfassen, die aus einer Vielzahl von Quellen stammen. Herkunft von VOCs VOCs können aus verschiedenen Quellen stammen, sowohl natürlichen als auch durch den Menschen verursachten. Hier einige Beispiele: Natürliche Quellen: Pflanzen: Holz Menschliche Quellen: Bau- und Renovierungsstoffe, Reinigungsmittel, KraftstoffeRauchen, Luftfrischer, etc. Gesundheitsrisiken von VOCs Die Exposition gegenüber hohen Konzentrationen von VOCs kann gesundheitsschädlich sein. Je nach Art und Konzentration der VOCs können die Auswirkungen variieren, aber typische gesundheitliche Beschwerden sind: Reizungen der Augen, der Haut und der Atemwege (Husten, Halsschmerzen). Kopfschmerzen und Schwindel. Übelkeit und Müdigkeit. Langfristige Auswirkungen: Einige VOCs, wie z. B. Formaldehyd und Benzol, gelten als krebserregend (krebserregende Substanzen). Atemwegserkrankungen wie Asthma können durch langanhaltende Exposition verschärft werden. In sehr hohen Konzentrationen können VOCs auch das zentrale Nervensystem schädigen. (VOCVOC oder flüchtige organische Verbindungen VOC steht für "Volatile Organic Compounds" (auf Deutsch: flüchtige organische Verbindungen). Es handelt sich dabei um eine Gruppe von organischen Chemikalien, die bei Raumtemperatur leicht verdampfen und somit in die Luft abgegeben werden. VOCs kommen sowohl in natürlichen als auch in menschlichen Aktivitäten vor und können eine Reihe von Substanzen umfassen, die aus einer Vielzahl von Quellen stammen. Herkunft von VOCs VOCs können aus verschiedenen Quellen stammen, sowohl natürlichen als auch durch den Menschen verursachten. Hier einige Beispiele: Natürliche Quellen: Pflanzen: Holz Menschliche Quellen: Bau- und Renovierungsstoffe, Reinigungsmittel, KraftstoffeRauchen, Luftfrischer, etc. Gesundheitsrisiken von VOCs Die Exposition gegenüber hohen Konzentrationen von VOCs kann gesundheitsschädlich sein. Je nach Art und Konzentration der VOCs können die Auswirkungen variieren, aber typische gesundheitliche Beschwerden sind: Reizungen der Augen, der Haut und der Atemwege (Husten, Halsschmerzen). Kopfschmerzen und Schwindel. Übelkeit und Müdigkeit. Langfristige Auswirkungen: Einige VOCs, wie z. B. Formaldehyd und Benzol, gelten als krebserregend (krebserregende Substanzen). Atemwegserkrankungen wie Asthma können durch langanhaltende Exposition verschärft werden. In sehr hohen Konzentrationen können VOCs auch das zentrale Nervensystem schädigen. ) und Lösemittel abgeben. Diese können nach der Verarbeitung noch über Wochen oder Monate in die Raumluft entweichen, was zu Gesundheitsbeschwerden wie Reizungen der Augen und Atemwege, Schwindel, Konzentrationsproblemen oder sogar Übelkeit führen kann. In solchen Fällen führen wir eine Raumluftmessung durch, um festzustellen, ob die Konzentrationen dieser Stoffe gefährlich hoch sind oder die Gesundheit beeinträchtigen kann.

Kein Geruch im Raum, aber dennoch gesundheitliche Symptome?

Nicht immer sind Gerüche ein Hinweis auf schädliche Substanzen in der Raumluft. Es können auch schwerflüchtige organische Verbindungen (SVOCs) in der Raumluft vorhanden sein, die durch Möbel, Bodenbeläge, Tapeten oder Farben abgegeben werden. Diese Stoffe sind oft geruchlos oder schwer wahrnehmbar, da sie kaum im gasförmigen Zustand vorliegen. Oder sie sind nicht wasserlöslich und finden daher keinen guten Zugang zu den Rezeptoren in der Riechschleimhaut. Aber sie können sich im Staub anlagern und bei der Staubmobilisierung eingeatmet werden, wodurch sie Schleimhäute reizen und gesundheitliche Beschwerden verursachen.

Ein Beispiel für solche Stoffe sind Isothiazolinone, die als Konservierungsmittel in vielen wasserbasierten Farben und Lacken enthalten sind und ein hohes Allergenpotenzial besitzen.

Altlasten in Gebäuden: Schadstoffe aus der Vergangenheit

In Altbauten können PCP, PCBPCB, polychlorierte Biphenyle Definition: PCB sind chemische Verbindungen, die aus zwei Benzolringen bestehen, die durch eine Einfachbindung verbunden sind, wobei verschiedene Chloratome an den Ringen gebunden sind. PCB wurden früher als Isolierstoffe und in Farbe verwendet. Gesundheitsrisiken: PCB sind hochgiftig und stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. Sie können das Immunsystem, die Fortpflanzung und das Nervensystem schädigen. Sie reichern sich in der Umwelt und im Körper an. Verwendung: PCB wurden in Transformatoren, Kondensatoren und in einigen Farben eingesetzt, ihre Verwendung ist jedoch seit den 1980er Jahren stark eingeschränkt. , PAKPAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) PAK (Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe) Definition: PAK sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die aus mehreren Benzolringen bestehen. Sie entstehen vor allem bei der unvollständigen Verbrennung von organischen Materialien wie Holz, Kohle oder Öl. Vorkommen: PAK wurden bis ca. 1980 häufig als Klebstoff für Parkett und Bodenbeläge verwendet. Danach nahm der Einsatz durch aufkommende Verbote deutlich ab. Weitere Anwendung waren z. B.  der Schutz von Flächen und Bauteilen gegen Feuchteeinwirkung und als chemischer Holzschutz (Teeröle) Gesundheitsrisiken: Einige PAK gelten als krebserregend und können die Haut, die Atemwege sowie das Immunsystem schädigen. Sie sind in hohen Konzentrationen vor allem in Luft, Wasser und Boden nachweisbar. Beispiele: Benzo[a]pyren, Naphthalin, Anthracen. und Asbest vorkommen – schwerflüchtige Verbindungen, die häufig in Baumaterialien oder isolierenden Stoffen enthalten sind. Eine Untersuchung des Hausstaubs kann Hinweise auf diese gefährlichen Altlasten liefern. Bei stark erhöhten Konzentrationen im Staub empfehlen wir eine Raumluftmessung, um die Schadstoffbelastung zu überprüfen.

Lösemittelfreie Produkte – Scheinbar unbedenklich, aber problematisch

Viele Produkte in Wohnungen, wie Farben, Lacke, Klebstoffe und Kunststoffe, enthalten Lösemittel. Diese flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) verdunsten nach der Anwendung und können die Raumluft belasten. Oft werden in Werbeaussagen Produkte als „lösemittelfrei“ angepriesen, was erst einmal gut klingt. Per Definition (TRGS 610) haben Lösemittel einen Siedepunkt unterhalb von 200 °C. Dies bedeutet, dass Lösemittel mit höheren Siedepunkten nicht als solche auf dem Produkt deklariert werden müssen und sogar als Lösemittelfrei beworben werden dürfen. Aber bei Lösemitteln mit hohem Siedepunkt kann die Freisetzung viele Monate oder sogar Jahre dauern. Diese Stoffe sind zwar geruchlos, können aber zu Atemwegsreizungen und Schleimhautbeschwerden führen.

Glykole, die als Lösemittel in Wandfarben wasserbasierten Lacken verwendet werden, können ebenfalls gesundheitsschädlich wirken, auch wenn sie keinen auffälligen Geruch abgeben. Eine gezielte Raumluftmessung kann hier aufschlussreich sein, um solche gefährlichen Substanzen zu identifizieren.

Wichtige Referenzwerte bei der Raumluftmessung

Für die Raumluftuntersuchung beziehen wir uns auf die Referenzwerte aus den Richtlinien des Umweltbundesamts, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder auch auf statistische Refernezwerte. Anhand dieser Werte können wir feststellen, ob eine Anomalie oder gar eine toxische Belastung vorliegt und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die Raumluftqualität zu verbessern.

Besonders in Kinderzimmern ist eine genaue Raumluftanalyse wichtig, da Kinder aufgrund ihrer noch in Entwicklung befindlichen Organe besonders empfindlich auf Schadstoffe reagieren. Kommt es hier zu Störungen und fehlerhaften Zellteilungen durch den Einfluss von Schadstoffen, besteht ein erhöhtes Risiko, dass das betroffene Organ / System seine Funktion nicht voll erfüllen kann.

Unser Untersuchungskonzept

Vor der Raumluftmessung erstellen wir ein maßgeschneidertes Untersuchungskonzept, um die relevanten Schadstoffquellen gezielt zu identifizieren:

In einem Vorgespräch mit den Auftraggebern klären wir die Bauhistorie, erfolgte Sanierungen oder Renovierungen der Wohnung, sowie Nutzungsgewohnheiten ab. Besonders dann, wenn Blutuntersuchungen auffällige Werte wie erhöhte Antikörper (z. B. IgG) oder abnormal hohe Konzentrationen von Schwermetallen oder Weichmachern zeigen, ist eine detaillierte Untersuchung auf Schadstoffe und toxische Substanzen anzuraten. Durch diese Informationen erhalten wir Hinweise auf verdächtige Substanzgruppen und entscheiden, welche Messungen sinnvoll sind und welche eher nicht. Bei Bedarf passen wir das Untersuchungskonzept an, z. B. durch eine Untersuchung auf Schimmelpilze oder eine Untersuchung des Hausstaubs auf Schwermetalle. So werden überflüssige Untersuchungen – und damit Kosten – vermieden.

Raumluftmessung am Arbeitsplatz

Auch bei auffälligen Gerüchen im Büro oder ähnlichen Innenraumarbeitsplätzen ist es sinnvoll die Raumluft überprüfen zu lassen. Belegen die Messungen keine toxikologisch bedenklichen Auffälligkeiten, sind Reaktionen des Körpers auf den Geruch dennoch möglich. Nämlich dann, wenn das Gehirn die Gerüche als unangenehm oder gefährlich interpretiert (Stichwort: Hedonik). Hier kann es zu psychischen und / oder körperlichen Symptomen kommen, deren Ursache vom Arzt aber nicht erkannt werden kann.

Raumluftgutachten

Nach der Raumluftuntersuchung erstellen wir ein Raumluftgutachten, das eine detaillierte Auflistung der Messwerte und die Bewertung der Einzelwerte und der Raumluftqualität als solche beinhaltet. Diese Gutachten dienen nicht nur Ihrer Übersicht zur Analyse, sondern auch als Grundlage für die Sanierungsplanung. Wir geben Ihnen Empfehlungen zur Minderung der Schadstoffbelastung und unterstützen Sie auf Wunsch bei Verhandlungen mit Versicherungen oder Sanierungsunternehmen.

Eine gezielte Raumluftmessung ist somit entscheidend, um gesundheitliche Risiken durch Schadstoffe in der Raumluft zu erkennen und zu minimieren. Mit einer präzisen Analyse und den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Wohn- und Arbeitsumgebung nachhaltig verbessern. Eine Raumluftmessung ist daher auch Teil der Zertifizierung von Gebäuden (s. auch DGNB/BNB-Zertifizierung)

Häufige Fragen

Wann ist eine Raumluftmessung sinnvoll?

Wenn gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Gerüche im Raum auftreten, die sich nicht erklären lassen.

Was wird bei einer Raumluftmessung genau untersucht?

Das hängt von der Situation ab und muss im Vorfeld bei einer Ortsbegehung und im Interview geklärt werden.

Was kostet eine Raumluftmessung?

Hier gibt es keine pauschale Antwort. Die Kosten beginnen bei einfachen Untersuchungen bei ca. 450,- Euro. Je nach Anzahl der Messpunkte und Gefahrstoffgruppen aber auch mehr.

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