PAK und PAK-Messung

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe

PAKAllgemeines: PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sind eine Gruppe vieler unterschiedlicher organischer Verbindungen, welche zwei oder mehr zusammenhängende Benzolringe aufweisen. Einfachster Vertreter ist das Naphthalin. Es sind mehrere hundert PAK bekannt, da die Ringsysteme mit Substituenten aus verschiedenen Gruppen (Methyl-, Nitro-, Carboxy-, Keto-, Aldehydgruppe, etc.) versehen sein können. Stellen aufgrund ihrer Langlebigkeit, Toxizität und weltweiten Verbreitung ein großes Umweltproblem dar. Leitsubstanz ist das Benzo-(a)-pyren (Bild links).

Vorkommen: Natürlicherweise durch Vulkanismus, Waldbrände, Kohle- und Erdölentstehung. Anthropogene (menschengemachte) Quellen vor allem durch Verbrennung fossiler Energieträgern (Kohle, Öl, Benzin). PAK finden sich in Holzschutzmitteln vergangener Jahrzehnte (z.B. in Form von Chlornaphthalinen) und in großen Mengen in Teerölen und Teerklebern in Gebäuden. Teer wird bei der Pyrolyse organischer Naturstoffe (Kohle, Holz, etc.) gewonnen.

Toxizität: Viele PAK wurden von der WHO und anderen Organisationen als krebserregend eingestuft, da sie im Körper verstoffwechselt eine Reaktion mit der DNA in den Körperzellen eingehen. Es besteht ein erhöhtes Risiko an Krebs der Atemwege (Lungen-, Kehlkopf), der Haut, des Verdauungstraktes (Magen- und Darm), sowie der Blase zu erkranken. Weiterhin besteht das Risiko der Fruchtschädigung oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit. Als bestuntersuchte Substanz innerhalb der Gruppe der PAK ist das Benzo-(a)-pyren zu nennen. Dieses liegt aufgrund seiner physikalischen Eigenschaften in der Raumluft nicht gasförmig vor, sondern an (Fein-)Staubpartikel gebunden. Kleinkinder, die sich überwiegend bodennah aufhalten, sind daher am meisten gefährdet, da sie PAK sowohl aus der Raumluft, als auch oral über den am Boden befindlichen Hausstaub aufnehmen. Da nicht alle PAK gleich toxisch sind, ist das Stoffprofil des PAK-Gemisches entscheidend.

Grenzwert: Trotz der hohen Toxizität der PAK sind bis heute sind keine festen Grenzwerte festgelegt worden. Selbst für das Inverkehrbringen von PAK-haltigen Produkten existieren keine Grenz-, sonder nur Richtwerte. Für die Raumluft liegen keine Richtwerte für einzelne PAK vor, da die Toxizität vom PAK-Profil abhängig ist und somit im Einzelfall zu berechnen ist. Als Leitsubstanz wird das Benzo-(a)-pyren verwendet.

Nachweis in Innenräumen: PAK-Untersuchung durch Material-, Raumluft- und Hausstaubmessung (Flüssigextraktion, HPLC, GC/MS). Die Untersuchung vor Ort dauert ca. 1 h. Die Ergebnisse werden in einem Gutachten festgehalten.