Ursache von Schimmel

Ursache von Schimmel – Feuchteschäden an Bauteilen

Werden Schimmelpilze nur oberflächlich entfernt oder überstrichen, kann man davon ausgehen, dass diese nach kurzer Zeit erneut auftreten. Die Entfernung des sichtbaren Schimmel ist somit lediglich eine kosmetische Aktion. Für eine nachhaltige Schimmelpilzvermeidung ist es unbedingt notwendig, den Fokus auf die Ursache des Schimmel zu legen. Als wichtigster Faktor ist hier Feuchtigkeit Ursache von Baufeuchte und Schimmelpilzenzu nennen. Feuchtigkeit bedeutet aber nicht, dass es nass sein muss.

Schon eine anhaltende relative Feuchte von 70% an den Oberflächen, z.B. von Tapeten, reicht aus, um das Wachstum  xerophiler (trockenheitstolerante) Schimmelpilze an der Wand und anderen Bauteilen zu begünstigen. Mit handelsüblichen Hygrometern (Luftfeuchtemessgeräte) gemessene Werte geben hier keine Sicherheit, denn auch bei normalen Feuchtewerten der Raumluft (35-55% r. F.) kann die Feuchte auf den Bauteiloberflächen weit höher liegen, da sie von der dort vorliegenden Oberflächentemperatur abhängt. Je tiefer die Oberflächentemperatur, desto größer das Risiko eines Befalls mit Schimmelpilzen.

Ursache von Schimmel – Wärmebrücken

Ungedämmte Außenwände in älteren Wohngebäuden können im Winter eine Oberflächentemperatur von 8 °C und weniger aufweisen. Typische Wandbereiche für einen Schimmelpilzbefall sind daher insbesondere Wärmebrücken, also Bauteilbereiche, an denen der Wärmestrom nach außen erhöht ist. Die Mieten solcher Wohnungen sind in der Regel günstiger als diese von Wohnungen in gedämmten Gebäuden. Der Mieter muss die geringen Oberflächentemperaturen aber mit höheren Raumlufttemperaturen kompensieren, um Schimmel zu vermeiden. Die Heizkosten sind entsprechend hoch. Liegen die Raumlufttemperaturen für längere Zeit zu niedrig, ist ein Befall mit Schimmel kaum zu vermeiden. Oft genügen aber schon einfache Maßnahmen, um dieser Schimmelursache zu begegnen.

Ursache von Schimmel – Verdeckter Feuchteschaden

FehlerhafUrsache von Schimmelt installierte oder schadhaft gewordene wassersperrende Schichten an und in Außenwänden können Schimmelpilze ebenso begünstigen und selten sind die Ursachen klar erkennbar.  Zudem ist es Wänden oft nicht anzusehen, dass sie einer erhöhten Feuchtebelastung ausgesetzt sind, da die Feuchte hinter Wandverkleidungen oder Tapeten eingeschlossen ist. In solchen Fällen können sich Schimmelpilze hinter Tapeten unbemerkt ausbreiten und die Raumluft über Monate mit Schimmelpilzsporen belasten.  Im Bild links ist ein solcher Fall dargestellt: Von außen sind per Sichtprüfung keine Hinweise zu erkennen.

Durch Messung der Materialfeuchte im Rahmen der Ursachenermittlung zeigte sich, dass in diese Wand seit Monaten ein kontinuierlicher Wassereintrag durch Schäden am darüber gelegenen Flachdach erfolgte. Die Wand war hier mit einer Vinyltapete bekleidet, die den Feuchteschaden verdeckte. Die Ursache von Schimmelpilzen kann daher oft nur durch eine bauphysikalische Untersuchung ermittelt werden.

Ursache von Schimmel – Restbaufeuchte

Bei Neubauten, die in Massivbauweise Stein auf Stein errichtet wurden, ist das Risiko für Schimmel generell erhöht, da solche Gebäude kurz nach Erstellung ca. 40.000 Liter Wasser (Neubaufeuchte) enthalten. Diese Baufeuchte muss abgeführt werden, was je nach Witterung  viele Wochen dauern kann. Wird diese Tatsache beim Innenausbau des Hauses nicht ausreichend berücksichtigt, finden Schimmelpilze hinter Tapeten, Wandverkleidungen oder unter Estrich und Bodenbelägen günstigste Wachstumsbedingungen.

Ursache von Schimmel – Baumangel oder Nutzungsfehler?

Ob ein baulicher Schaden/Mangel vorliegt oder ob das Nutzerverhalten zu einem Schimmelpilzbefall führte, kann in der Regel nur durch eine eingehende bauphysikalische Untersuchung der Immobilie, der befallenen Bauteile und unter Einbeziehung aller Randfaktoren ermittelt werden.

Zur Ermittlung der Ursache von Schimmelpilzen kommen bei uns bauphysikalische, thermografische, chemische und mikrobiologische Methoden unter Verwendung von professionellen Messgeräten zum Einsatz.