Schadstoffe in Fertighäusern – Fertighaus-Check und Raumluftmessung

  • Fertighäuser aus den Jahren 1955–1990 enthalten oft Schadstoffe, die Gesundheit und Immobilienwert beeinflussen können.
  • Eine professionelle Schadstoffmessung ist vor dem Kauf oder Verkauf eines Fertighauses empfehlenswert, um Überraschungskosten zu vermeiden.
  • Formaldehyd und Holzschutzmittel wie PCP sind häufige Schadstoffe in älteren Fertighäusern.
  • Asbest stellt ein Risiko dar, besonders bei mechanischen Arbeiten an intakten Platten.
  • Unser Fertighaus-Check beinhaltet Raumluftmessungen und zeigt, wie Sanierungsmaßnahmen gezielt geplant werden können.
Schadstoffmessung Fertighaus

Fertighäuser der Baujahre 1955–1990 weisen häufig Schadstoffe auf, die sowohl die Gesundheit der Bewohner als auch den Wert der Immobilie beeinflussen können. Wir empfehlen daher vor dem Kauf oder Verkauf eines Fertighauses eine professionelle Schadstoffmessung der Raumluft und gegebenenfalls des Hausstaubs.

Die Kenntnis über mögliche Belastungen hilft, Sanierungsmaßnahmen gezielt zu planen und unerwartete Kosten zu vermeiden. Mit unserem Fertighaus-Check sichern Sie sich die Gewissheit, dass Ihre Immobilie ungefährdet genutzt werden kann.

Schadstoffe in Fertighäusern – Formaldehyd

In vielen Fertighäusern der 60er bis 80er Jahre wurden Spanplatten für Beplankung und Stabilisierung verwendet. Diese Spanplatten enthalten häufig Harnstoff-Formaldehyd-Harz (UF-Harz) als Bindemittel.

  • Ein Teil des Formaldehyds entweicht bereits in den ersten Monaten nach der Herstellung.
  • Restliche Formaldehydmengen sind nicht fest in den Platten gebunden und gelangen daher auch Jahrzehnte später in die Innenraumluft, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit oder steigender Raumtemperatur.

Unsere Raumluftmessungen zeigen regelmäßig, dass die Belastungen trotz des hohen Alters der Häuser noch relevant sein können. Die Untersuchung der Raumluft auf Formaldehyd ist daher ein zentraler Bestandteil unseres Fertighaus-Checks….weiterlesen.

Schadstoffe in Fertighäusern – Holzschutzmittel

Ältere Fertighäuser bestehen überwiegend aus Holz- und Holzwerkstoffen, die gemäß DIN 68800 chemisch behandelt wurden, um Fäule, Bläuepilze, Schimmel und Insektenbefall zu verhindern.

Typische Holzschutzmittel / Nebenprodukte aus dieser Zeit:

  • PCP (Pentachlorphenol)
  • TeCP (Tetrachlorphenol, technisch bedingte Verunreinigung)
  • Lindan (gamma-Hexachlorcyclohexan)
  • g-PCCH (gamma-Hexachlorcyclohexen, Abbauprodukt)
  • Chlornaphthaline
  • Diclofluanid
  • etc.

PCP und Lindan wurden meist in Mischungen eingesetzt, z. B. PCP fungizid gegen Pilze, Lindan insektizid gegen Schadinsekten, oft im Verhältnis 10:1. Produkte waren unter Namen wie Xyladecor, Xylamon, Hylotox (DDR), Basileum bekannt.

Eine gezielte Messung der Holzschutzmittel in der Raumluft ist entscheidend, um Restbelastungen zu erkennen und einen Sanierungsbedarf abzuleiten… weiterlesen.

Schadstoffe in Fertighäusern – Asbest

Wie bei massiven Gebäuden wurde auch in Fertighäusern vor 1993 häufig Asbest verbaut. Typische Einsatzbereiche:

  • Verkleidungen der Fassaden
  • Putzträgerplatten
  • Vorgehängte Fassadenplatten (zementgebunden)

Gefahr: Solange die Fassadenplatten intakt sind, besteht kein Risiko. Mechanische Bearbeitung wie Bohren oder Sägen kann jedoch tausende Asbestfasern freisetzen. Das Risiko, dass diese in den Innenraum gelangen ist allerdings gering. Anders sieht es bei Spachtelmassen im Innenbereich aus. Hier ist bei der mechanischen Berabeitung von Wänden und Decken ein Freisetzung von Asbestfasern in den Innenraum möglich.

Unsere Untersuchungen erkennen solche Risiken frühzeitig und helfen gezielt Schutzmaßnahmen zu planen.

Sicherheit beim Fertighauskauf – Unser Fertighaus-Check

Was ganz allgemein für Massivhäuser gilt, wird bei Holz-Fertighäusern besonders wichtig: Wer eine Immobilie erwirbt, tätigt hohe Investitionen. Eine gründliche Untersuchung auf Schadstoffe ist daher besonders wichtig:

  • Vermeidung unerwarteter Sanierungskosten
  • Berücksichtigung von Schadstoffbelastungen im Kaufpreis
  • Rechtliche Absicherung bei späteren Streitigkeiten (für Verkäufer und Käufer)

Für Fertighäuser der Baujahre 1960–1990 empfehlen wir vor dem Kauf unseren Fertighaus-Check, der folgende Leistungen umfasst:

Ermittlung der Schadstoffbelastungen: Formaldehyd, Holzschutzmittel, Asbest
Analyse der Quellen und Ableitung wirtschaftlicher Sanierungsmaßnahmen
Begleitung der Sanierung 8auf Wunsch, um fachgerechte Arbeiten sicherzustellen)

Ablauf der Schadstoffmessung im Fertighaus

Unsere Messungen folgen den aktuellen Richtlinien (DIN, ISO, VDI) und umfassen:

  • Raumluftmessung: Erfassung von Formaldehyd, Schimmelsporen und chemischen Schadstoffen (ggfls. Asbestmessung)
  • Hausstaub-Analyse: Ergänzend zur Luftmessung, besonders für Holzschutzmittel-Salze und Asbest
  • Materialproben: Bei Verdacht auf Asbestbelastung

Die Messergebnisse bilden die Grundlage für zielgerichtete Sanierungsmaßnahmen und den abschließenden Fertighaus-Freimessungsnachweis.

Vorteile unseres Fertighaus-Checks

Sicherheitsnachweis: Sie wohnen und arbeiten in unbelasteten Räumen
Nachweis fachgerechter Sanierung: Offizieller Beleg für Versicherungen, Banken oder Kaufverträge
Vermeidung von Folgekosten: Sanierung gezielt planen, Nachbesserungen vermeiden
Rechtliche Absicherung: Dokumentation der Schadstoffwerte minimiert Streitigkeiten.

Häufige Fragen – FAQ

Warum ist Formaldehyd in alten Holz-Fertighäusern problematisch?

Formaldehyd entweicht jahrzehntelang aus Spanplatten , besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Wärme, und kann die Raumluft belasten. Da es als krebserregend eingestuft ist, sollten erhöhte Konzentrationen in Innenräumen vermieden werden.

Welche Holzschutzmittel kommen in Holz-Fertighäusern häufig vor?

Pentachlorphenol (PCP) und Hexachlorcyclohexan (Lindan) waren gängige Holzschutzmittel der 60er bis 80er Jahre, oft in Mischungen, um sowohl Pilze, als auch Insekten zu bekämpfen.

Warum riecht es in Holz-Fertighäusern so komisch dumpf-muffig?

Die Gerüche stammen häufig aus dem mikrobiellen Abbau von chlorierten Phenolen, also auch Pentachlorphenol (PCP, Holzschutzmittel).

Wie erkenne ich Asbest in Holz-Fertighäusern?

Offen gesagt? Gar nicht. Asbest wurde in Fassadenplatten, Putzträgerplatten und vorgehängten Fassaden verwendet. Die Platten sind aber nur gefährlich, wenn sie mechanisch bearbeitet werden. Weitere Asbesthaltige Bauteile finden sich im Innenbereich, sind für den Laien aber nicht zu erkennen. Diese müssen durch eine fachgerechte Untersuchung offengelegt werden.

Ist eine Schadstoffmessung in Holz-Fertighäusern bei Kauf oder Verkauf gesetzlich vorgeschrieben?

Nein. Sie wird jedoch dringend empfohlen, um Gesundheitsrisiken für die Bewohner zu vermeiden bzw. Kosten für spätere Sanierungen zu berücksichtigen. Zudem erwarten die meisten Banken ein Raumluftgutachten, wenn ein Darlehen für ein Fertighaus beantragt wird.

Was passiert, wenn die Raumluftuntersuchung im Fertighaus erhöhte Schadstoffwerte ergibt?

Wir empfehlen Ihnen gezielte Sanierungsmaßnahmen und führen anschließend eine Kontrollmessung (Freimessung) durch, ob die Belastung unter den (baubiologischen) Richtwerten liegt.

Artikel der Stiftung Warentest aus dem Jahr 2004: Versteckte Gefahren in Immobilien

Beitrag von PlusMinus Gift in Fertighäusern (Quelle: ARD, 2016)

Betrag des Südwestfunk, Die Holzschutzmittel-Opfer – Legal vergiftet, dann vergessen, (2009, 1/2)

Betrag des Südwestfunk, Die Holzschutzmittel-Opfer – Legal vergiftet, dann vergessen (2009, 2/2)

Unverbindlich anrufen